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Geschlossene Investmentfonds

Mehr als 12 Milliarden Euro investieren Anleger pro Jahr in geschlossene Fonds. Ein Überblick über die wichtigsten Segmente samt Chancen, Risiken und Steuervorteilen

Geldgeber brauchen sie alle: Großraumflugzeuge wie der Airbus A380 oder die Boeing 777, Bürotürme in Indien und die Containerflotten auf den Weltmeeren. Ohne Anleger, die an sie und den Markt glauben, ließen sich viele Riesenprojekte schwerer finanzieren. Dahinter stecken vielfach geschlossene Fonds für einen exklusiven Kundenkreis, der die Mindestanlagesumme zwischen 10 000 und 50 000 Euro aufbringen kann und dafür Renditen zwischen fünf und zwölf Prozent erwartet.

Die Auswahl ist vielfältig. Neben Flugzeug-, Immobilien- und Schiffsbeteiligungen setzen die Anbieter auch auf Spiele-, Klimaschutz-, Öl-, Wald- oder Weinfonds. Angesichts der langen Laufzeiten zwischen fünf und 25 Jahren sollten Anleger mit diesen Investments jedoch eines haben: einen langen Atem. „Grundsätzlich sind geschlossene Fonds nichts für Sparer, die das Geld früher angreifen müssen oder einen Flop nicht wegstecken können“, sagt Fondsexpertin und Autorin Beatrix Boutonnet. Und Flops gibt es immer wieder, wie die Geschichte der VIP-Medienfonds zeigt. Vollmundige Versprechungen von Hollywood-Filmprojekten mit Steuerkick – das Finanzamt machte den Anlegern einen Strich durch die Rechnung. Die Konzepte entsprachen nicht den steuerrechtllichen Vorgaben. Die Zeichner müssen mit Steuernachforderungen rechnen.

Rendite statt Steuervorteil

Etliche Steuervorteile, die geschlossene Fonds einst attraktiv erscheinen ließen, hat Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) zwischenzeitlich gestrichen. „Seitdem müssen Fondsinitiatoren zeigen, dass sich Beteiligungen auch ohne Steuervorteil rechnen“, sagt Boutonnet. Eine Vorgabe, an denen viele Neulinge unter den Anbietern in der Branche scheitern. Grundregel: „Erfahrung des Anbieters, gute Leistungsbilanzen und ein klar umschriebenes Produkt sind wichtige Kennzeichen für ein solides Investment“, sagt die Expertin. „Gleichzeitig sollten Anleger nicht alles auf eine Karte setzen: Maximal 20 Prozent des Vermögens sollte in Beteiligungen ruhen.“

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